Episode 2: Wir ersticken an Identitäten

Episode 2: Wir ersticken an Identitäten

Wer sind “Wir”? Was bedeutet es, Deutscher oder Türke usw. zu sein? Was bedeutet “nationale Identität” und kann es eine “deutsche Normalität” geben? Kann man sich nur glücklich schätzen, wenn man Deutscher, Türke oder Araber ist? Diesmal diskutieren die Dauernörgler über Identitäten, Nationen und eine Kultur der Erinnerung.

1 thought on “Episode 2: Wir ersticken an Identitäten

  1. Norbert Müller says:

    Ich habe mit großem Interesse beide Episoden angehört. Beim Thema des Krieges der Türkei in Nordsyrien legt Ihr tatsächlich an einem entscheidenden Punkt “den Finger in die Wunde”: Wer zu Erdogans Krieg schweigt oder gar applaudiert, offenbart eine Doppelmoral und beschädigt seine Glaubwürdigkeit, wenn er in anderen Kontexten erklärt “Islam ist Frieden”. Dahinter steht ein größeres Problem der politischen Anschlussfähigkeit von Teilen der muslimischen Community und der islamischen Verbände in Deutschland. Die Muslime sind konfrontiert mit einer zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung zwischen einem liberal-pluralistischen Lager und einem nationalistisch-identitären, wobei letzteres durch die Ablehnung von Migration und vor allem dem Islam entscheidend mobilisiert und geprägt ist. Letzterer Grund zwingt die Muslime in das liberal-pluralistische Lager, wodurch sie sich auch zu den hier prägenden Werten verhalten müssen. Wenn aber vermittelt aus Herkunftsländern identitäre Werte vertreten werden, kann hier nicht wirklich der Anschluss an pluralistische Werte gelingen. Dies führt immer wieder zu einem konflikthaften Spannungsverhältnis und zu Glaubwürdigkeitsproblemen gerade der islamischen Verbände. Um sich hierüber auseinanderzusetzen muss man aber zunächst verstehen, dass hier um ein genuines Problem politischer Positionierung handelt, nicht um Frage kultureller und sprachlicher Verbindung in Herkunftsländer.

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